1. Wirkungsweise von Hydroxylapatit und Fluorid
Hydroxylapatit (HAp):
- Natürlich vorkommendes Mineral, das die Hauptkomponente des Zahnschmelzes bildet.
- Bei Anwendung in Zahnpflegeprodukten bildet es eine Schutzschicht auf der Zahnoberfläche und kann sich in den Zahnschmelz integrieren.
- Es unterstützt die Remineralisation, indem es beschädigte Stellen auffüllt und so die natürliche Struktur wiederherstellt.
- Hydroxylapatit wirkt zudem antibakteriell, indem es Plaque-Bakterien am Anhaften hindert.
Vorteile:
- Biokompatibel und ungiftig
- Keine Fluorid-bedingten Nebenwirkungen wie Fluorose
- Wirksam bei empfindlichen Zähnen durch Schutzschichtbildung
- Stärkt den Zahnschmelz physikalisch durch Auffüllung von Mikrorissen
Nachteile:
- Langfristige klinische Studien fehlen teilweise noch
- Weniger verbreitet in zahnärztlichen Empfehlungen im Vergleich zu Fluorid
Fluorid:
- Stärkt die Zahnstruktur, indem es mit Calcium und Phosphat reagiert und Fluorapatit bildet, der widerstandsfähiger gegen Säureangriffe ist.
- Wirkt antibakteriell, indem es Enzyme hemmt, die für den Stoffwechsel von Kariesbakterien wichtig sind.
- Fluorid ist in verschiedenen Formen erhältlich, z. B. Natriumfluorid (NaF), Aminfluorid oder Zinnfluorid.
Vorteile:
- Umfassend erforscht und von Zahnärzten weltweit empfohlen
- Effektive Reduktion des Kariesrisikos um bis zu 50 % bei regelmäßiger Anwendung
- Kostengünstig und weit verbreitet
Nachteile:
- Übermäßige Fluoridaufnahme kann zu Fluorose (weiße Flecken auf den Zähnen) führen, insbesondere bei Kindern.
- Toxische Wirkung bei zu hoher Dosierung, daher strenge Dosierungsrichtlinien
- Keine physische Auffüllung des Zahnschmelzes, sondern chemische Umwandlung
2. Wissenschaftlicher Vergleich Hydroxylapatit vs. Fluorid
Mehrere Studien haben die Wirksamkeit beider Substanzen untersucht:
Hydroxylapatit vs. Fluorid bei Kariesprävention:
- Studien zeigen, dass Hydroxylapatit eine vergleichbare Wirksamkeit wie Fluorid haben kann, insbesondere bei der Kariesprävention in frühen Stadien.
- Fluorid bleibt jedoch in stark kariogenen Umgebungen überlegen, da es eine tiefere chemische Schutzwirkung bietet.
Remineralisation:
- Hydroxylapatit kann bei der Remineralisation von beginnender Karies genauso effektiv sein wie Fluorid.
- Es ist besonders wirksam bei Zahnschmelzerosion, da es eine Schutzschicht bildet.
Zahnsensibilität:
- Hydroxylapatit zeigt hervorragende Ergebnisse bei der Reduktion von Dentinüberempfindlichkeit, da es die Dentinkanälchen physikalisch verschließt.
- Fluorid hingegen bietet vor allem Schutz durch Verhärtung der Oberfläche.
3. Anwendungsempfehlung – Wann Hydroxylapatit, wann Fluorid?
Kriterium | Empfehlung Hydroxylapatit | Empfehlung Fluorid |
---|---|---|
Kinder | Ja (wegen Fluorose-Risiko) | Ja, in niedriger Dosierung |
Empfindliche Zähne | Sehr empfehlenswert | Eingeschränkt |
Vorbeugung von Karies | Guter Schutz | Sehr hoher Schutz |
Menschen mit Fluorid-Sensitivität | Beste Alternative | Nicht empfohlen |
Remineralisation | Effektiv | Sehr effektiv |
4. Fazit
Die Wahl zwischen Hydroxylapatit und Fluorid hängt von individuellen Bedürfnissen ab.
- Hydroxylapatit ist eine natürliche, biokompatible Alternative, die sich besonders für Personen mit empfindlichen Zähnen oder Fluoridintoleranzen eignet.
- Fluorid bleibt die erste Wahl für Personen mit hohem Kariesrisiko und wird weiterhin von zahnärztlichen Organisationen empfohlen.
Ein kombiniertes Vorgehen – z. B. morgendliche Anwendung von Fluoridprodukten und abendliche Nutzung von Hydroxylapatit-Produkten wie Enacare – kann eine optimale Zahnprophylaxe bieten.