Studienlage zur Tiefenwirkung und thermischen Belastungen durch Ferninfrarot-Pflaster

1. Wie wirken Ferninfrarotstrahlen?

Ferninfrarotstrahlen (Wellenlänge: 5,6–1000 µm) dringen tiefer in die Haut ein als sichtbares Licht und erzeugen durch Schwingung von Molekülen eine milde, tiefenwirksame Wärme. Die Hauptwirkungen von FIR sind:

  • Verbesserte Mikrozirkulation: Förderung der Blutzirkulation durch Erwärmung der Gefässe.
  • Linderung von Muskel- und Gelenkschmerzen: Durch Entspannung der Muskeln und Reduktion von Entzündungen.
  • Detox-Effekt: Förderung der Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten durch Schwitzen.

2. Tiefenwirkung: Wissenschaftliche Evidenz

Die Tiefenwirkung von FIR-Pflastern wurde in mehreren Studien untersucht, insbesondere im Hinblick auf die Durchblutung und Gewebeentlastung:

Studien zu Tiefenwirkung:

  1. Wärmeübertragung und Gewebetiefe:
    Studien zeigen, dass Ferninfrarotstrahlen bis zu 4 cm tief in das Gewebe eindringen können. Diese Tiefenwirkung hängt von der Hautbeschaffenheit, der Wellenlänge und der Stärke der FIR-Strahlung ab.

    • Beispiel: Eine Untersuchung in "Photomedicine and Laser Surgery" (2012) belegt eine verbesserte Mikrozirkulation im subkutanen Gewebe bei der Anwendung von FIR-Therapie.
  2. Muskelentspannung:
    Eine 2020 veröffentlichte Studie zeigte, dass FIR-Anwendungen bei Muskelverspannungen effektiver als herkömmliche Wärmebehandlungen sein können. Die Tiefenwärme regte die Durchblutung an und förderte die Muskelentspannung.

  3. Gewebereparatur:
    FIR wurde in der Wundheilung erforscht, wo die Tiefenwärme die Zellregeneration durch gesteigerte Sauerstoffversorgung im Gewebe fördert.


3. Thermische Belastung: Risiken und Sicherheit

Die thermische Wirkung von FIR-Pflastern wirft Fragen nach der Sicherheit bei längerem Gebrauch auf. Während FIR mildere Wärme erzeugt als herkömmliche Heizpflaster, können thermische Belastungen bei unsachgemässer Anwendung auftreten.

Ergebnisse zur thermischen Belastung:

  1. Oberflächliche Hautreizungen:
    Eine zu hohe Temperaturentwicklung oder langanhaltende Anwendung kann zu Hautreizungen, Rötungen oder leichten Verbrennungen führen, insbesondere bei sensibler Haut.

  2. Tieferliegende Gewebeschäden:
    Studien legen nahe, dass die Temperatur bei FIR-Therapien in der Regel unter 40°C bleibt, wodurch das Risiko thermischer Schädigungen tief liegender Gewebe minimal ist.

    • Eine Studie in "International Journal of Hyperthermia" (2016) betonte, dass FIR-Therapie bei korrekter Anwendung keine Schäden am Unterhautfettgewebe oder den Muskeln verursacht.
  3. Langzeitstudien fehlen:
    Es gibt bislang nur wenige Langzeitstudien zur wiederholten Nutzung von FIR-Pflastern. Dies betrifft insbesondere mögliche Effekte auf chronische Entzündungen oder Veränderungen im Gewebe bei täglicher Anwendung.


4. Anwendungsbereiche mit belegter Wirksamkeit

Die meisten Studien fokussieren sich auf spezifische Indikationen für FIR-Therapie:

  • Arthritis und Gelenkschmerzen: Verbesserung der Mobilität durch wärmende Tiefenwirkung.
  • Muskuläre Verspannungen: Förderung der Durchblutung und Entspannung der Muskelfasern.
  • Rückenschmerzen: Linderung durch gezielte Wärmeabgabe in tieferen Gewebeschichten.

5. Empfehlungen zur sicheren Anwendung

Um thermische Belastungen zu minimieren und die Effektivität zu maximieren:

  • Anwendungsdauer beachten: FIR-Pflaster sollten in der Regel nicht länger als 6–8 Stunden getragen werden.
  • Hautkontrolle: Personen mit empfindlicher Haut oder Hauterkrankungen sollten die Pflaster zunächst auf einer kleinen Stelle testen.
  • Temperaturregulierung: Pflaster mit einer integrierten Temperaturkontrolle sind vorzuziehen.

6. Fazit

Ferninfrarot-Pflaster bieten eine nachweisliche Tiefenwirkung, die durch verbesserte Durchblutung und Wärmeentfaltung Muskel- und Gelenkbeschwerden lindern kann. Die thermische Belastung bleibt bei sachgemässer Anwendung gering, allerdings fehlen bislang Langzeitstudien zur täglichen Nutzung. Besonders sensiblen Personen wird empfohlen, die Pflaster mit Vorsicht zu verwenden und ärztlichen Rat einzuholen, wenn Unsicherheiten bestehen.